Sonntag, 15. März 2009

Vertriebene vertreiben!

"Sie wollten heim ins Reich, wir schickten sie"

Am 26.3.09 um 19.00 Uhr wird Erika Steinbach, Vorsitzende des Bundes der Vertriebenen, einen zweiten Versuch starten, um einen Vortrag in Potsdam zu halten. Beim ersten Mal im Mai 2008 wollte sie ihre Vortragsreihe zur Siedlungsgeschichte der Deutschen in Ostmitteleuropa an der Universität Potsdam beginnen. Damals musste sie unter heftigem Protest und von Wasserbomben „betroffen“, unverrichteter Dinge wieder von dannen ziehen. Daraufhin sagte Steinbach eingeschnappt die gesamte Veranstaltungsreihe ab. Die alternative Vertreibungsaktion löste europaweit ein Medienecho aus, doch anders als in Deutschland war die Berichterstattung gegenüber dem Protest im europäischen Ausland eher positiver Natur. Weshalb die ganze Aufregung? Frau Steinbach ist die Vorsitzende eines nach dem Zweiten Weltkrieg von hochrangigen Nazis gegründeten Verbandes. Dessen Mitglieder erkennen zum großen Teil bis heute nicht die deutschen Ostgrenzen an. Steinbach selbst stimmte 1990 im Bundestag ebenfalls gegen die Oder-Neiße-Grenze. Das Welt- und Geschichtsbild des Bundes der Vertriebenen (BdV) wird an der Person seiner Vorsitzenden deutlich: Erika Steinbachs Vater war als Offizier der nationalsozialistischen Wehrmacht in Polen stationiert und floh mit dem Großteil der deutschen Bevölkerung vor der Roten Armee gen Westen. Später wurden, geregelt durch das Potsdamer Abkommen, auch die übrigen Teile der noch in den Ostgebieten lebenden deutschen Bevölkerung,bis auf wenige, die nachweisen konnten Antifaschisten zu sein, ausgesiedelt. Wenn dies den Polen heute als menschenrechtswidriger Akt der Vertreibung vorgeworfen wird, dann wird klar, dass der BdV unter dem Recht auf Heimat das Recht deutscher Herrenmenschen auf Ausbeutung, Versklavung und Ausrottung anderer "Völker" versteht. Steinbach treibt aber auch auf anderen Themenfeldern ihr Unwesen. So kämpft sie u.a. aktiv gegen die Gleichstellung von Homosexuellen und trat aus der hessischen evangelischen Kirche, welche die gleichgeschlechtliche Ehe anerkannte, konsequenterweise aus. Diese Person wurde von der Jungen Union zu einem Vortrag auf das Gelände des Hauses für preußisch-brandenburgische Geschichte eingeladen. Sie steht damit exemplarisch für die Etabliertheit von rechtem und revisionistischem Gedankengut in der sich selbst ernannten "Mitte der Gesellschaft". Deshalb lasst uns dem revisionistischen Pöbel wieder die Hölle heiß machen und versuchen, den rechten Konsens zu brechen! 26.3.2009 // RESTAURANT "La Mage" (POTSDAM) // KUTSCHSTALL // NEUER MARKT // 19.00 Uhr

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